Was ist Candombe?
Ziele und erwartete Ergebnisse: Aufbau und Durchführung eines Candombe-Kurses, der einen Beitrag zur Integration, Teilhabe und aktiven Gestaltung der Nachbarschaft leisten soll. Junge Menschen mit unterschiedlichem kulturellen und sozialen Hintergrund sollen unter fachlicher Anleitung eine Gruppe aufbauen und gleichzeitig den Menschen in ihrem Viertel ohne Hürden Kultur bieten und sie näher zusammenbringen. Die Teilnehmenden sollen an das Musikmachen herangeführt werden und angeregt werden, im Anschluss weiter Musik zu machen.
Candombe ist ein afrikanischer Musikstil, der von Sklaven nach Lateinamerika gebracht und im heutigen Uruguay weiterentwickelt wurde. Dort hat er vielfältige Funktionen in der Festkultur, bei Demonstrationen oder Werbekampagnen. Lange wurde der Candombe als “Sache der Schwarzen” diskriminiert. Heute ist er ein Motor der sozialen Integration, den Menschen aller Bevölkerungsgruppen praktizieren, und der 2009 von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe der Menschheit anerkannt wurde. Candombe wird ohne Partituren oder Musikschulen direkt von den Spieler_innen vermittelt. Im Mittelpunkt stehen drei unterschiedlich große fassförmige Trommeln: Chico (Altbereich, schmal, hohe Klangfarbe, markiert das Tempo), Repique (Tenorbereich, mittel, Synkopierung und Improvisation) und Piano (Bassbereich, breit, tiefer Ton, markiert die Melodie).
Das Angebot soll Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene aktivieren, die sonst mehr oder weniger ziellos auf der Straße, vor dem Computer oder im Jugendzentrum abhängen würden. Das Angebot ist niedrigschwellig, da es keine besonderen Musik- und Deutschkenntnisse voraussetzt. Die Teilnehmenden lernen die Sprache der Trommeln und erarbeiten ausgehend von Themen, die ihnen am Herzen liegen, eine Performance. Bei kleinen Straßenumzügen und -festen im eigenen Viertel kommunizieren sie ihre Anliegen dann nach außen. Durch das Zusammenwirken mit anderen jungen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund wird der gegenseitige Respekt geschärft. Gleichzeitig werden durch die Auftritte die Kontakte und der Dialog zwischen Nachbar_innen gefördert. Weitere Ziele sind integratives und interkulturelles Lernen, der Austausch untereinander, die Stärkung des Selbstbewusstseins der jungen Menschen und die Vermittlung musikalischer Kenntnisse. Trommeln ist außerdem ein gutes Ventil um “runterzukommen” und Druck abzulassen.
Der Kurs soll beginnen, sobald es die Corona-Bestimmungen zulassen. Mitte März/Anfang April: Kontaktaufnahme mit Schulen, Ausbildungsstätten, Jugendtreffs, Initiativen von und für Geflüchtete und Verteilen von Flyern, um Interessierte zu finden. Mai 2021: Beginn des Workshops 1 x pro Woche von 17.30-19.00 Uhr (Erlernen der Grundkenntnisse der Candombe-Musik und der dazugehörigen Lieder und Tänze). Ab Juni findet der Kurs zweimal wöchentlich statt (Verbesserung der Spieltechnik und Erlangung von Rhythmus- und Spielsicherheit). Bei der Fête de la Musique kann ein erster kleiner Auftritt erfolgen. Ab Ende Juli sollen mindestens fünf Interventionen im öffentlichen Raum stattfinden. Die Auftritte werden mit und für Initiativen aus Schöneberg geplant: z.B. Stadtteilladen Halk Kösesi/Straßenfest Crellestr., lokale Street Art Künstler_innen wie Maria Wollny (woyy), Nachbarschaftsheim, interkulturelles Frauenzentrum S.U.S.I. e.V., Geflüchteteninitiativen. Im August ist ein Auftritt beim Sommerfest vor dem Interkulturellen Haus vorgesehen
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